Airbus Helicopters hat auf der ILA Berlin erstmals die U145 vorgestellt, eine unbemannte Version des bewährten H145. Auf der Luftfahrtmesse präsentierte das Unternehmen ein maßstabsgetreues Modell der neuen Plattform. Der Erstflug mit einem Sicherheitspiloten an Bord ist für Ende 2026 vorgesehen, die Indienststellung soll Anfang des kommenden Jahrzehnts erfolgen.
Bewährte H145-Technik trifft auf autonome Systeme
Mit der U145 kombiniert Airbus die erprobte Technik der H145 mit moderner Autonomie-Technologie. Das neue Luftfahrzeug soll die Nutzlast- und Leistungsfähigkeit eines Hubschraubers mit den Vorteilen eines unbemannten Luftfahrtsystems verbinden.
„Mit der U145 bieten wir unseren Kunden eine autonome und unbemannte Version unseres H145-Hubschraubers“, erklärte Airbus-Helicopters-Chef Matthieu Louvot. Für die Weiterentwicklung des Hubschraubers plant Airbus die Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern im Bereich autonomer Missionen, um das europäische Ökosystem für unbemannte Luftfahrtsysteme auszubauen.
Vollständig autonomer Betrieb vorgesehen
Die U145 ist nach der VSR700 bereits das zweite Programm, bei dem Airbus einen bemannten Hubschrauber in ein unbemanntes System umwandelt. Der neue Hubschrauber wird mit einer speziellen Sensorik und künstlicher Intelligenz ausgestattet, die einen vollständig autonomen Betrieb ermöglichen sollen. Im Unterschied zur bemannten H145 verfügt die U145 über kein klassisches Cockpit. Stattdessen wurde die Konstruktion speziell für unbemannte Einsätze optimiert.
Schwerpunkt auf Transportmissionen
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Gütertransport. Die U145 erhält dafür eine integrierte Bugklappe mit ausklappbarer Ladeplattform sowie einen speziell entwickelten Frachtraumboden. Diese Anpassungen sollen das schnelle Be- und Entladen von Material erleichtern. Mit einem maximalen Startgewicht von 3.800 Kilogramm wird die U145 zunächst vor allem für Transportaufgaben mit hohem Frachtaufkommen entwickelt.
Breites Einsatzspektrum geplant
Dank ihres modularen Aufbaus soll die U145 künftig weit mehr als reine Transportaufgaben übernehmen können. Zu den möglichen Einsatzgebieten zählen:
- Katastrophenschutz
- Brandbekämpfung
- Aufklärungsmissionen
- Überwachungsaufgaben
- Bewaffnete Aufklärung
- Trägerplattform für luftgestützte Drohnen
- Zusammenarbeit mit bemannten Luftfahrzeugen
Für die Entwicklung von sogenannten Air-Launched Effects, also aus der Luft gestarteten Drohnen, arbeitet Airbus mit dem Rüstungskonzern MBDA zusammen.



