StartEuropaAIR MED 2026: Luftrettung weiterdenken und entwickeln

AIR MED 2026: Luftrettung weiterdenken und entwickeln

In München hebt der AirMed World Congress 2026 ab – nicht nur im übertragenen Sinn. Mitveranstaltet von der gemeinnützigen ADAC Luftrettung und dem European HEMS and Air Ambulance Committee (EHAC), versammelt der Kongress rund 800 Fachleute aus über 30 bis 40 Ländern und schreibt damit ein neues Kapitel in seiner 46-jährigen Geschichte.

Mehr als 160 Plenarsitzungen, 85 praxisnahe Workshops und 15 Podiumsdiskussionen bringen 120 Experten aus sechs Kontinenten zusammen. Wissen wird hier nicht bloß präsentiert, sondern über Grenzen, Fachgebiete und Kontinente hinweg miteinander verknüpft.

Auf dem Ausstellungsgelände zeigen rund 50 Unternehmen, wie moderne Luftrettung ausgestattet ist: von leistungsfähigen Hebesystemen und medizinischen Kabineneinrichtungen bis zu hochentwickelter Schutzkleidung. Zehn Hubschrauber stehen bereit – darunter der künftige Airbus H140, der einen Blick auf die nächste Generation der Rettung aus der Luft erlaubt.

Globale Herausforderungen im Gesundheitswesen

Im Mittelpunkt steht eine Frage, die angesichts einer sich wandelnden Welt dringlicher denn je ist: Wie kann schnelle Hilfe aus der Luft selbst dann zuverlässig funktionieren, wenn Naturkatastrophen heftiger werden, Kosten steigen und technologische Umbrüche die Einsatzrealität verändern?

„Globale Herausforderungen im Gesundheitswesen erfordern eine effiziente Luftrettung, die Wissen und Praxis verbindet – international vernetzt, an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst und doch vereint in einem Ziel: die bestmögliche Patientenversorgung“, sagte Jens Schwietring, Mitglied des Programmkomitees AirMed 2026 und Ärztlicher Direktor der ADAC Luftrettung.

Die thematische Spannweite reicht von Krisenmanagement und Flugsicherheit über die Versorgung bei Massenanfällen von Verletzten bis hin zu Ausbildung, eVTOLs, Telemedizin, Basisplanung, Crewkonzepten, Einsatzleitung und Qualitätsmanagement.

Die AIR MED 2026 in Zahlen (Quelle: ADAC Luftrettung)

Der Kongress entfaltet sich an zwei Schauplätzen: im BERGSON Kunstkraftwerk in München und auf dem nahegelegenen ADAC-Luftrettungscampus in Oberpfaffenhofen. Während im BERGSON Vorträge und Diskussionen den gedanklichen Rahmen setzen, wird es auf dem Campus praktisch und unmittelbar.

Dort können die Teilnehmenden in Simulatoren trainieren, Crew-Resource-Management-Schulungen absolvieren und den Einsatz von Winden üben. Realitätsnahe Einrichtungen machen aus theoretischem Wissen eine erfahrbare Einsatzsituation.

Ein besonderer Programmblock widmet sich Katastrophen und Krisen: Er beleuchtet Rettungshubschraubereinsätze nach schweren Erdbeben anhand japanischer Erfahrungen, stellt ein deutsches Polizeikonzept für koordinierte Luftunterstützung mit mehreren Einsatzkräften vor und untersucht den Brandunfall in Crans-Montana in der Schweiz als operative Fallstudie. Eine Podiumsdiskussion fragt abschließend, wie Kommunikation selbst dann tragfähig bleiben kann, wenn äußere Bedingungen jede Verbindung zu zerreißen drohen.

Am 19. September führt ein zusätzliches Programm die Teilnehmenden zunächst zur Crashtestanlage des ADAC-Technologiezentrums in Landsberg am Lech. Anschließend geht es zum ADAC-Mobilitätstestzentrum in Penzing, wo die Reaktion auf einen schweren Verkehrsunfall realitätsnah simuliert wird.

Zum Ausklang wartet München mit einem weltberühmten Finale auf: Die Teilnehmenden können das Oktoberfest besuchen. Dafür bieten die Organisatoren des AirMed World Congress eigens reservierte Eintrittskarten an.

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