Tokio, Japans Behörde für Feuerwehr- und Katastrophenschutz (FDMA) hat erstmals einen Airbus H160 bestellt. Der Hubschrauber soll künftig von der Präfektur Kumamoto auf Kyushu aus eingesetzt werden und die landesweiten Fähigkeiten zur Bewältigung schwerer Naturkatastrophen verbessern.
H160 soll schnelle Aufklärung aus der Luft ermöglichen
Die dem japanischen Ministerium für Inneres und Kommunikation unterstellte Fire and Disaster Management Agency setzt den neuen Hubschrauber vor allem für die schnelle Luftaufklärung und die Übermittlung aktueller Lageinformationen ein. Der H160 soll insbesondere bei großflächigen Naturkatastrophen zum Einsatz kommen.
Zu den möglichen Szenarien gehört auch ein schweres Erdbeben entlang des Nankai-Trogs. Ein solches Ereignis könnte weite Teile Japans treffen und erhebliche Schäden an Verkehrswegen, Gebäuden und Kommunikationsinfrastruktur verursachen. Der neue Hubschrauber soll Einsatzkräften dabei helfen, betroffene Gebiete schnell aus der Luft zu erfassen und Informationen an die Einsatzleitung weiterzugeben.

Satellitenkommunikation für den Einsatz in Krisengebieten
Für besonders schwierige Einsatzbedingungen wird der H160 mit fortschrittlicher Satellitentechnik von Helisat ausgestattet. Hochauflösende Daten können damit direkt über Satelliten übertragen werden. Auf diese Weise lässt sich die Kommunikation mit den Einsatzleitungen auch dann aufrechterhalten, wenn die Infrastruktur am Boden durch Erdbeben, Tsunamis oder andere Katastrophen beschädigt wurde.
Airbus entwickelt außerdem ein spezielles Fahrwerk für den H160. Es soll den sicheren Betrieb in Regionen mit starken Schneefällen ermöglichen und dem Hubschrauber auch unter anspruchsvollen winterlichen Bedingungen stabile Landungen erlauben.
Der Einsatz in Kumamoto knüpft an eine lange Geschichte der Hubschraubernutzung im regionalen Katastrophenschutz an. Die Präfektur setzt bereits seit 2001 auf den AS365N3 und modernisierte ihre Ausstattung 2018 mit einem AS365N3+. Der H160 soll nun einen deutlichen technologischen Sprung bei Reichweite, Sicherheit und Einsatzmöglichkeiten bringen.
Airbus H160 gewinnt in Japan zunehmend an Bedeutung
Die Bestellung durch die FDMA ist Teil einer zunehmenden Verbreitung des H160 in Japan. Nach Angaben von Airbus befinden sich bereits vier Exemplare im Land im Einsatz. Sie werden unter anderem von Behörden für polizeiliche Aufgaben, elektronische Nachrichtenbeschaffung und die kommunale Brandbekämpfung genutzt.
Für Airbus ist der Auftrag der japanischen Katastrophenschutzbehörde daher ein wichtiger Schritt beim Ausbau der H160-Flotte im Land. Unterstützt werden die Betreiber vom H160-Kompetenzzentrum des Unternehmens in Kobe. Der neue Hubschrauber soll künftig dazu beitragen, Japans Reaktionsfähigkeit bei schweren Naturkatastrophen zu verbessern und Einsatzleitungen auch unter schwierigsten Bedingungen mit aktuellen Informationen zu versorgen.



