Airbus Helicopters hat gemeinsam mit der spanischen Marine eine erfolgreiche taktische Flugerprobung zur Zusammenarbeit bemannter und unbemannter Systeme durchgeführt. Die Übung fand Anfang Mai im spanischen Rota statt und verband das Offshore-Patrouillenschiff „Rayo“ mit einem H135-Hubschrauber der Marine sowie zwei unterschiedlichen Drohnensystemen, dem Airbus Flexrotor und dem A900 von Alpha Unmanned Systems.
Im Mittelpunkt der Demonstration stand die sogenannte „Crewed-Uncrewed Teaming“-Technologie, bei der bemannte und unbemannte Plattformen in Echtzeit zusammenarbeiten. Möglich wurde dies durch die Airbus-Lösung „HTeaming“, mit der die Besatzung des Hubschraubers die Drohnen direkt während des Fluges steuern konnte.
Echtzeit-Datenübertragung zwischen Luft und See
Die Übung bestätigte insbesondere die Fähigkeit zur Echtzeitkontrolle der Drohnen sowie zum Austausch von Bild- und Sensordaten zwischen den unbemannten Systemen, dem Hubschrauber und dem Marineschiff. Dadurch erhielt die Besatzung der „Rayo“ Zugriff auf wichtige Lageinformationen weit außerhalb der eigenen Sensorreichweite, direkt an der Gefechtsstation des Schiffes.
Während der Tests starteten und landeten beide Drohnen erfolgreich auf dem fahrenden Schiff. Ein Pilot an Bord des H135 steuerte die Systeme über ein Tablet mit der HTeaming-Software. Airbus betonte dabei die offene Architektur der Lösung, da neben dem eigenen Flexrotor auch der A900 eines Drittanbieters problemlos integriert werden konnte.

Simulierte Verfolgung eines Schnellbootes
Das Szenario der Demonstration simulierte die Verfolgung eines schnellen Zielbootes im Rahmen einer maritimen ISTAR-Mission (Intelligence, Surveillance, Target Acquisition and Reconnaissance). Die beiden Drohnen verfolgten das Ziel und übermittelten Livebilder sowohl an den Hubschrauber als auch an das Schiff.
Die gewonnenen Daten wurden in das System NAIAD integriert. NAIAD ermöglicht die Führung, Kontrolle und Interoperabilität von Luft-, Oberflächen- und Unterwassersystemen innerhalb des spanischen Gefechtsmanagementsystems SCOMBA.
Airbus sieht Europa als künftigen Technologieführer
Fernando Lombo, Geschäftsführer von Airbus Helicopters Spanien, erklärte, das Unternehmen wolle neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen bemannten und unbemannten Systemen erschließen und dabei einen konkreten Mehrwert für Kunden schaffen.
Die Kooperation zwischen Airbus, Navantia, Alpha Unmanned Systems und der spanischen Marine zeige das Potenzial Europas, seine technologische Souveränität im Verteidigungsbereich weiter auszubauen. Durch die enge Zusammenarbeit könne innovative Technologie entwickelt werden, um Europas Position im internationalen Verteidigungsmarkt zu stärken.
HTeaming als zentrale Schnittstelle
Die Steuerung der Drohnen erfolgte über das modulare HTeaming-System von Airbus Helicopters. Dieses ermöglicht es Besatzungen, unbemannte Luftfahrzeuge direkt in laufende Missionen einzubinden und deren Sensorik effizient zu nutzen.
Parallel dazu wurden die UAS-Daten durch das „Helicopter Integrated Tactical System“ verarbeitet, eine von Airbus entwickelte taktische Konsole, die als Schnittstelle zum Schiff fungierte und die Kompatibilität mit dem NAIAD-/SCOMBA-System sicherstellte.
Weitere Entwicklung von Schwarmtechnologien geplant
Künftige Entwicklungen sollen auf den Ergebnissen der Übung aufbauen. Airbus plant unter anderem die weitere Erforschung von Drohnenschwarm-Technologien sowie eine noch engere Vernetzung von Luft-, See- und Landplattformen.




