Airbus Helicopters hat zwei Konzepte für die nächste Generation militärischer Drehflügler präsentiert. Sie sind Teil der NATO-Initiative „Next Generation Rotorcraft Capabilities“ (NGRC) und sollen künftige Anforderungen moderner Streitkräfte erfüllen.
Zwei Konzepte für unterschiedliche Einsatzprofile
Der gemeinsam mit den RTX-Unternehmen Collins Aerospace und Raytheon sowie dem europäischen Lenkwaffenhersteller MBDA entwickelte Vorschlag umfasst zwei Plattformen:
- einen leistungsstarken, konventionellen Hubschrauber
- ein innovatives Hochgeschwindigkeits-Compound-Konzept
Beide Muster sind so ausgelegt, dass sie sich operativ ergänzen und gemeinsam eine hohe Effizienz sowie Flexibilität im Einsatz gewährleisten.
Modularität und Wirtschaftlichkeit im Fokus
Ein zentrales Element der NGRC-Studie ist die Modular Open System Architecture (MOSA). Die neuen Plattformen sollen dadurch einfacher produziert, gewartet und modernisiert werden können. Ziel ist eine langfristige Kosteneffizienz bei gleichzeitig hoher Einsatzbereitschaft.
Darüber hinaus werden beide Konzepte stark vernetzt ausgelegt und teilen gemeinsame Standards bei Wartung, Ausbildung, Bewaffnung und Systemintegration. Dies soll Synergien innerhalb multinationaler Flotten schaffen und die Betriebskosten senken.
Einbindung in die langfristige Produktstrategie
„Wir wollen sicherstellen, dass Europa eine Plattform anbieten kann, die den Bedürfnissen unserer militärischen Partner in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, operative Effizienz und maximale Verfügbarkeit optimal entspricht“, erklärte Bruno Even, CEO von Airbus Helicopters.
Parallel zur NGRC-Studie treibt das Unternehmen die Modernisierung seiner bestehenden Militärflotte voran. Für den NH90 existiert eine langfristige Weiterentwicklungs-Roadmap mit den Block-1- und Block-2-Studien. Auch die Modelle H145M, H160M und H225M stehen für eine neue Generation militärischer Hubschrauber mit Fokus auf Konnektivität, Wartungsfreundlichkeit und Kosteneffizienz.
Auftrag durch die NATO-Beschaffungsagentur
Bereits im Juli 2024 hatte die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) Airbus Helicopters mit der Leitung einer Konzeptstudie im Rahmen des NGRC-Projekts beauftragt. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung, Beschaffung und Unterstützung eines mittleren Mehrzweckhubschraubers für mehrere NATO-Mitgliedstaaten.
Hochgeschwindigkeit durch Compound-Technologie
Das fortschrittliche Hochgeschwindigkeitskonzept basiert auf Airbus’ Erfahrungen mit Demonstratoren wie dem Airbus X3 und dem Airbus Racer. Die Compound-Bauweise mit zusätzlichen Tragflächen und Propellern ermöglicht deutlich höhere Geschwindigkeiten als klassische Hubschrauber.
Gleichzeitig erweitert sie das Einsatzspektrum: schnelle Beschleunigungs- und Verzögerungsphasen, verbesserte Steig- und Sinkleistungen sowie eine größere operative Reichweite. Flugerprobungen mit Militärpiloten im Rahmen des europäischen Programms „Next Generation Rotorcraft Technologies“ bestätigten die Vorteile dieses Ansatzes.




