Lockheed Martin hat einen Vertrag mit dem philippinischen Verteidigungsministerium über die Lieferung moderner Ausbildungs- und Wartungstrainingssysteme für den S-70i Black Hawk abgeschlossen. Das Paket umfasst einen Full-Flight-Simulator, einen virtuellen Wartungstrainer sowie begleitende Schulungsunterlagen. Damit soll die philippinische Luftwaffe ihre Piloten und Wartungstechniker künftig verstärkt im eigenen Land ausbilden können.
Realitätsnahe Ausbildung für Piloten und Techniker
Der Vertrag wurde im Rahmen eines sogenannten Direct Commercial Sale abgeschlossen. Er sieht die Lieferung eines vollständigen S-70i-Black-Hawk-Flugsimulators sowie eines virtuellen Wartungstrainingssystems vor. Ergänzt wird das Paket durch entsprechende Lehr- und Ausbildungsmaterialien. Auch Ersatzteile und Unterstützungsleistungen für den Betrieb sind Bestandteil der Vereinbarung. Diese Leistungen sollen bis 2032 erbracht werden.
Der Full-Flight-Simulator bildet die Flugerfahrung mit einem S-70i Black Hawk möglichst realitätsgetreu nach. Als digitaler Zwilling des Hubschraubers simuliert das System die visuellen Eindrücke und Flugempfindungen des Originals. Piloten können dadurch unterschiedliche Flugmanöver und Einsatzszenarien trainieren, ohne dafür ein reales Luftfahrzeug einsetzen zu müssen.
Der virtuelle Wartungstrainer richtet sich an technisches Personal. Er stellt die verschiedenen Systeme und Komponenten des Hubschraubers mithilfe detaillierter physikalischer Modelle dar. Dazu gehören unter anderem die Hydraulik und die Avionik. Wartungstechniker können damit Reparatur- und Instandhaltungsabläufe in einer immersiven, risikofreien Trainingsumgebung üben.
Ausbau der Ausbildungskapazitäten auf den Philippinen
Die philippinische Luftwaffe setzt Black-Hawk-Hubschrauber von Sikorsky für ein breites Aufgabenspektrum ein. Dazu zählen Such- und Rettungseinsätze, humanitäre Hilfsmissionen, die Brandbekämpfung sowie der Transport von Soldaten. Angesichts der geografischen Ausdehnung des Inselstaates spielen die vielseitigen Hubschrauber eine wichtige Rolle bei militärischen und zivilen Unterstützungsaufgaben.
Mit den neuen Trainingssystemen soll die Ausbildung von Flugbesatzungen und Wartungspersonal stärker vor Ort stattfinden. Bis die entsprechenden Kapazitäten auf den Philippinen vollständig aufgebaut sind, werden Piloten weiterhin an der Sikorsky Training Academy in den USA geschult.
Tim James, Vizepräsident für Air and Commercial Solutions bei Lockheed Martin, bezeichnete die Vereinbarung als wichtigen Beitrag zur Unterstützung der wachsenden S-70i-Flotte. Der Auftrag sei eine langfristige Investition in die Einsatzbereitschaft der philippinischen Luftwaffe und unterstreiche die Fähigkeit des Unternehmens, Unterstützungsleistungen über den gesamten Lebenszyklus eines Hubschraubers hinweg bereitzustellen.
Auch William Blair, Vizepräsident und Regionalchef für Asien und Indien bei Lockheed Martin, verwies auf die langjährige Zusammenarbeit mit den philippinischen Streitkräften. Die neuen Systeme sollen dazu beitragen, die Ausbildungskapazitäten auszubauen und Piloten sowie Wartungspersonal dauerhaft einsatzbereit zu halten.

Erster Auftrag für Lockheed Martins S-70i-Trainingssysteme
Der Vertrag markiert zugleich den ersten Auftrag für Trainingsgeräte von Lockheed Martin, die speziell auf den S-70i Black Hawk zugeschnitten sind. Das Unternehmen baut damit sein Angebot im Bereich Ausbildung und Simulation aus. Die Produktpalette reicht von Desktop-Trainingsgeräten bis hin zu vollständig immersiven virtuellen Umgebungen.
Technologische Grundlage ist ein digitaler Zwilling des Black Hawk, der die Systeme, Komponenten und Konfigurationen des Hubschraubers möglichst präzise abbildet. Ergänzend nutzt Lockheed Martin eine digitale Prozesskette, die auf dem operativen Flugprogramm des Hubschraubers basiert. Dadurch sollen realitätsnahe Simulationen innerhalb weniger Tage statt erst nach mehreren Jahren erstellt und an technische Modernisierungen angepasst werden können.
Die Vereinbarung ist Teil der umfassenderen Modernisierungsbemühungen der philippinischen Streitkräfte. Neben der Beschaffung und dem Betrieb moderner Luftfahrzeuge gewinnt dabei auch die Fähigkeit an Bedeutung, Besatzungen und technisches Personal eigenständig auszubilden und die langfristige Einsatzbereitschaft der Flotte sicherzustellen.



