Der auf Virtual-Reality-Flugsimulation spezialisierte Hersteller Loft Dynamics hat auf der Farnborough International Airshow den weltweit ersten MCC VR-Simulator für den Airbus H145 vorgestellt. Das neue System ist ab sofort weltweit für Betreiber und Ausbildungsorganisationen erhältlich und ermöglicht erstmals das gemeinsame Training kompletter Cockpitbesatzungen in einer virtuellen Umgebung.
Zu den ersten Kunden zählt Babcock France, der größte Betreiber von Hubschraubern im französischen Luftrettungsdienst (HEMS). Das Unternehmen unterzeichnete auf der Messe eine Absichtserklärung für die Installation des ersten H145-VR-Simulators in Frankreich. Ziel ist es, den mehr als 60 H145-Pilotinnen und -Piloten des Unternehmens regelmäßige, praxisnahe Trainingsmöglichkeiten bereitzustellen.
Loft-Dynamics-CEO Sebastien Borel betonte, dass die Luftfahrtbranche vor der Herausforderung stehe, immer mehr hochqualifizierte Crews auszubilden, während der Zugang zu modernen Hubschraubersimulatoren begrenzt sei. Mit dem neuen MCC-Simulator werde erstmals ein realistisches Crew-Training in Virtual Reality für die weltweit weit verbreitete H145 möglich. Die frühe Entscheidung von Babcock France zeige, dass VR-Technologie zunehmend zu einem festen Bestandteil langfristiger Ausbildungsstrategien werde.
Gemeinsame Entwicklung mit Airbus Helicopters
Der Simulator entstand in enger Zusammenarbeit mit Airbus Helicopters und basiert auf originalen Flugmodellen, Systemdaten und Software des Herstellers. Während der Entwicklung wurde das System umfassend von Airbus-Testpiloten validiert. Der Simulator bildet sowohl Normalverfahren als auch Störungen und Notfälle realitätsnah nach. Piloten und Besatzungsmitglieder trainieren gemeinsam in einer virtuellen Cockpitumgebung, die das Flugverhalten und die Systeme der H145 detailgetreu reproduziert.
Zur technischen Ausstattung gehören eine Full-Motion-Plattform mit sechs Freiheitsgraden, ein maßstabsgetreues virtuelles Cockpit sowie ein 360-Grad-Sichtfeld. Dadurch lassen sich auch komplexe oder risikoreiche Szenarien wiederholt trainieren, die im realen Flugbetrieb nur schwer oder mit hohen Kosten durchführbar wären. Der Simulator eignet sich unter anderem für Musterberechtigungen, Instrumentenflugausbildung, Multi-Crew-Cooperation-Training sowie regelmäßige Wiederholungsschulungen und Überprüfungen.
Auch Romain Trapp, Executive Vice President Customer Support and Services bei Airbus Helicopters, bezeichnete den neuen H145-MCC-VR-Simulator als wichtigen Fortschritt für die Flugsicherheit. Die Technologie ermögliche häufigeres und präziseres Crew-Training direkt bei den Betreibern und verbessere insbesondere die Zusammenarbeit im Cockpit.

Babcock setzt Simulator für Luftrettung und SAR-Einsätze ein
Babcock France plant, den Simulator in sein gesamtes Ausbildungsprogramm für die H145-Flotte zu integrieren. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf Einsatzvorbereitung für Luftrettungs- (HEMS) sowie Such- und Rettungsmissionen (SAR) liegen.
Darüber hinaus möchte das Unternehmen freie Simulatorkapazitäten auch anderen Betreibern und Pilotinnen sowie Piloten in Frankreich und den Nachbarländern zur Verfügung stellen. Damit soll dem wachsenden Mangel an verfügbaren H145-Simulatoren in der Region entgegengewirkt werden.
Pierre Basquin, Chief Executive Aviation und CEO von Babcock France, erklärte, das Unternehmen wolle seine Besatzungen bestmöglich auf die anspruchsvollen Einsätze vorbereiten. Dies erhöhe die Einsatzbereitschaft, stärke die Sicherheitsstandards und verbessere zugleich den Zugang zu hochwertiger H145-Ausbildung für Betreiber in Frankreich und darüber hinaus.



