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MV-75 Cheyenne: Bell startet Getriebetests

Bell hat weitere Fortschritte bei der Fertigung des MV-75-Cheyenne-Testfluggeräts erzielt. Wie das Unternehmen bekannt gab, wurden wichtige Strukturkomponenten fertiggestellt, die Tests der ersten Getriebe aufgenommen und die Integration der Software sowie der digitalen Systemarchitektur weiter vorangetrieben. Die Arbeiten bringen Bell und das Team Cheyenne dem Abschluss des ersten Testflugzeugs und dem Beginn der Flugerprobung näher.

Erste Gondelstrukturen fertiggestellt

Ein wesentlicher Fortschritt ist die Fertigstellung der ersten Gondelstrukturen für den MV-75 Cheyenne. Die Bauteile befinden sich inzwischen im Montagezentrum von Bell in Amarillo im US-Bundesstaat Texas. Nach Abschluss der Strukturarbeiten hat das Unternehmen zudem mit der Montage von Tragflächen und Triebwerksgondeln begonnen. Dabei wurden die entsprechenden Komponenten erfolgreich zusammengefügt.

Die Fertigstellung zeigt nach Angaben von Bell, wie sich digitale Entwicklungsverfahren über mehrere Fertigungsphasen hinweg einsetzen lassen. Dazu gehören die technische Konstruktion, die Entwicklung von Fertigungswerkzeugen, die Herstellung einzelner Bauteile und schließlich die Montage der komplexen Strukturen.

Getriebetests für das Antriebssystem angelaufen

Parallel dazu hat Bell die Tests der ersten Getriebe für das MV-75-Testflugzeug gestartet. Die Getriebe sind ein zentraler Bestandteil. Sie treiben unter anderem Generatoren zur Stromversorgung, Hydraulikpumpen sowie Kühllüfter für Triebwerk und Gondel an. Die Konstruktion, Fertigung und Erprobung der Getriebe erfolgen vollständig bei Bell. Sowohl die Zahnräder als auch die Getriebegehäuse wurden im Manufacturing Technology Center des Unternehmens in Fort Worth hergestellt. Anschließend wurde das Gesamtsystem mit Messinstrumenten ausgestattet und für die Erprobung im neuen Drive System Test Lab in Grand Prairie vorbereitet. Mit dem Bau dieses speziellen Prüflabors hatte Bell im Jahr 2023 begonnen. Die Anlage ermöglicht es, das Antriebssystem unter kontrollierten Bedingungen zu untersuchen und wichtige Daten für die weitere Entwicklung des Fluggeräts zu sammeln.

Aufnahmen aus dem Drive System Test Lab in Grand Prairie. (Foto: Bell)

Softwareintegration im Weapon System Integration Lab

Auch bei der Integration der Software und der elektronischen Systeme kommt das Programm voran. Im Weapon System Integration Lab (WSIL) arbeitet Bell daran, die digitale Systemarchitektur des MV-75 weiterzuentwickeln und die einzelnen Komponenten aufeinander abzustimmen. Zu den bereits integrierten und getesteten Systemen gehören Flugsteuerungscomputer, universell einsetzbare Rechner, Antriebseinheiten für Aktuatoren, elektrische Komponenten und großformatige Displays.

Das Integrationslabor in Arlington, Texas, wurde vor rund zwei Jahren eröffnet. Es dient dazu, Software und technische Systeme bereits vor dem ersten Flug des tatsächlichen Testflugzeugs zusammenzuführen und zu überprüfen. Durch diese Vorgehensweise will Bell technische Risiken frühzeitig erkennen und reduzieren. Gleichzeitig soll sie dazu beitragen, das anschließende Flugtestprogramm sicherer und effizienter durchzuführen.

Nächster Schritt in Richtung Flugerprobung

Die fertiggestellten Gondelstrukturen, der Beginn der Getriebetests und die Fortschritte bei der Softwareintegration markieren wichtige Etappen beim Aufbau des ersten MV-75-Testflugzeugs. Bell und seine Industriepartner arbeiten nach Unternehmensangaben eng mit der US Army zusammen, um die Anforderungen des Programms während der gesamten Fertigungsphase zu erfüllen. Mit der parallelen Weiterentwicklung von Struktur, Antriebssystem und digitaler Architektur schafft das Unternehmen die Voraussetzungen für den Abschluss der Montage und den anschließenden Beginn der Flugtests.

Die Arbeiten werden im Rahmen des Vertrags durch das Army Contracting Command am Redstone Arsenal unterstützt. Bell weist darauf hin, dass die im Zusammenhang mit dem Projekt geäußerten Einschätzungen und Schlussfolgerungen die Position des Unternehmens beziehungsweise der jeweiligen Autoren wiedergeben und nicht zwangsläufig die offizielle Haltung der US-Army-Beschaffungsbehörde widerspiegeln.

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