Die deutsche eVTOL-Pionierfirma Volocopter hat mit der Übernahme durch den chinesischen Automobilkonzern Wanfeng Group möglicherweise eine finanzielle Rettung gefunden. Der Deal im Wert von 10 Millionen Euro (ca. 10,9 Millionen US-Dollar) wurde kürzlich in einer Börsenmitteilung bekannt gegeben, nachdem Volocopter aufgrund finanzieller Schwierigkeiten Insolvenz anmelden musste.
Zhejiang Wanfeng Auto Wheel bestätigt den Kauf von Volocopter
Am 10. März bestätigte Zhejiang Wanfeng Auto Wheel Co., Ltd. den Kauf von Volocopter. Ein entsprechendes Kaufabkommen wurde bereits am 6. März unterzeichnet. Laut einer von China eVTOL News veröffentlichten Übersetzung wird der Kauf vollständig aus Eigenkapital oder selbst beschafften Mitteln von Wanfeng finanziert.
Die Übernahme erfolgt durch Wanfengs deutsche Tochtergesellschaft Heptus 591 GmbH, die die materiellen Vermögenswerte, geistigen Eigentumsrechte und bestimmte vertragliche Verpflichtungen von Volocopter übernimmt. Der Kaufvertrag wurde mit dem gerichtlich bestellten Insolvenzverwalter Tobias Wahl geschlossen.
Laut der Börsenmitteilung beträgt der Kaufpreis 10 Millionen Euro – ein Bruchteil des geschätzten Werts von 42 Millionen Euro (ca. 45,9 Millionen US-Dollar), den Volocopters Vermögenswerte und geistiges Eigentum repräsentieren.

Volocopters Zukunft bleibt ungewiss
Volocopter wurde 2011 gegründet und stand kurz davor, die europäische Zulassung für sein zweisitziges VoloCity-Multicopter-Fluggerät zu erhalten. Das Unternehmen hatte ursprünglich geplant, seine Flugtaxis rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris in Betrieb zu nehmen. Doch Verzögerungen bei der Zertifizierung, Finanzierungsprobleme und Widerstand vor Ort verhinderten dieses Vorhaben.
Mit der Übernahme durch Wanfeng könnte Volocopter nun die dringend benötigte finanzielle Stabilität erhalten und seine Entwicklung im eVTOL-Sektor fortsetzen. Allerdings bleibt unklar, wie der chinesische Konzern das deutsche Unternehmen in seine langfristige Strategie integrieren wird. Die Zukunft von Volocopter bleibt somit vorerst offen.




