Sonntag, November 30, 2025
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Persönlicher Traum: Der eigene Elektro-Heli

Der selbst gebaute Hubschrauber war schon lange in seiner Garage
in Vergessenheit geraten. Doch die Idee von einem elektrischen,
konventionellen Drehflügler brachte Philippe Antoine dazu, sein damaliges Hobby wiederzubeleben. Inzwischen ist eine Vision mit Potenzial daraus geworden.

Der Franzose Philippe Antoine ist Ingenieur und arbeitet bei einem großen Luftfahrtzulieferbetrieb in der Nähe von Toulouse. Technik und Mechanik sind seine Welt – und zusammen mit seinen Kommilitonen baute er vor 25 Jahren einen Hubschrauber. Alles haben er und seine Studienkollegen selbst angefertigt. Stück für Stück entstand ein einsitziger Helikopter – und zwar ohne jeglichen Einsatz von teurer Software oder großen Maschinen. Angetrieben wurde der Hubschrauber von einem deutschen Hirth-Motor mit knapp 100 PS.

Raus aus der Garage und hinein in die Elektrowelt

Der Ausflug in die kolbengetriebene Hubschrauberwelt liegt inzwischen weit zurück. Antoine hatte das Projekt beendet und seinen Helikopter tief in die letzte Ecke seiner Garage verfrachtet. 10 Jahre lang lagerte der Rumpf mit den Rotorblättern im Dunkeln…bis Antoine im Jahr 2008 plötzlich auf die ersten neuzeitlichen Entwicklungen von Elektroautos aufmerksam wurde. Und es reifte über die Jahre danach der Gedanke, ebenso einen Hubschrauber vollelektrisch anzutreiben. In Erinnerung an sein früheres Hubschrauberporjekt war er hoch motiviert, hatte er doch einen vollständigen Rumpf und Rotorblätter in seiner Garage liegen.

Heute beschäftigen sich insgesamt vier Ingenieure mit dem Elektrohubschrauber. Jeder hat einen Vollzeitjob, daher treffen alle nur unregelmäßig am Flugplatz Castel Naudary – Villeneuve, südöstlich von Toulouse, aufeinander. Doch so einfach wie gedacht, war es dann doch nicht: „Die Rotoren, der Heckausleger und der Rotorschaft sind noch dieselben von damals. Aber wir mussten so viele Bauteile anpassen und auch neu entwickeln, das hat mich wirklich überrascht.“

Testflüge als Experimental

Stück für Stück näherte sich das Team dem Erstflug im Februar letzten Jahres. Wie bei kommerziellen Herstellern üblich, begann alles mit einem Bodentest. Der schwere Lithium Akku, der aus zwei Blöcken besteht und 22 kWh Leistung abgibt, beanspruchte bereits eine eigene Testreihe. Der Motor und die Rotoren kamen als Nächstes dran, bis einem vollelektrischen Erstflug nichts mehr im Wege stand.

Da der Hubschrauber ein einsitziger Experimental ist, gab es keine Chance für einen Fluglehrer oder zweiten Testpiloten an Bord. „Niemand hatte Erfahrungen mit dem Fluggerät nach dem Umbau. Ich war ein frischgebackener Privatpilot auf einem ganz neuen Hubschraubermuster. Das war sehr riskant“, gibt der 53-Jährige zu.

Das Projekt sollte den konventionellen Elektroflug beweisen und hat bereits großes Interesse hervorgerufen. Es war ein erster Schritt in die Hubschrauberluftfahrt von morgen, doch für eine richtige marktreife Revolution braucht es nun einen etablierten Partner aus der Industrie. „Wir müssen einen modernen, größeren Hubschrauber bauen und der soll mindestens zweisitzig sein. Und vor allem muss die Flugsicherheit gewährleistet sein“, sagt Antoine und schweigt zu weiteren Details. Erste vielversprechende Gespräche laufen schon.

Dieser Artikel ist in voller Länge in der Ausgabe 4/2017 von ROTORBLATT – Deutschlands führendem Helikopter-Magazin zu lesen.
http://www.rotorblatt.de

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