US-Präsident Donald Trump hat auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social erneut mit scharfen Worten für Aufsehen gesorgt. In einem wütenden Beitrag erklärte er, alle in Kanada gebauten Flugzeuge „de-zertifizieren“ zu wollen. Dies sei eine Reaktion darauf, dass Kanada bislang vier Flugzeugtypen des US-Herstellers Gulfstream nicht zertifiziert habe.
Gulfstream in Kanada: Nur eine Nebenrolle
Wie viele dieser Gulfstream-Modelle tatsächlich von kanadischen Kunden bestellt wurden, ist unklar. Marktanalysten von Parapex Media weisen darauf hin, dass im kanadischen Register lediglich 14 Maschinen der Typen Gulfstream 450, 550, 650 und 650ER eingetragen sind. Zum Vergleich: Dort finden sich 120 Bombardier Challenger und 46 Global Jets. (Die Zahlen schließen Flugzeuge in Erprobung oder Endausrüstung aus.)
Die Präferenz kanadischer Betreiber für heimische Flugzeuge spiegelt damit Trumps eigene Vorliebe für in den USA gebaute Produkte wider. Allerdings reichen die Befugnisse des US-Präsidenten nicht aus, um direkt in die Gesetze und Regularien eines anderen Landes einzugreifen.
Kanadische Hubschrauberflotte unter der Lupe
Es wurden sämtliche Bell-Modelle 407, 427, 429 und 505 in Kanada gefertigt, ebenso zahlreiche 206, 206L, 212 und 412. Insgesamt wurden bislang ungefähr 6.000 Bell-Hubschrauber in Kanada gebaut.
Von diesen sind derzeit ungefähr 2000 Maschinen mit gültiger N-Registrierung bei der US-Luftfahrtbehörde FAA eingetragen. Trumps Aussage, man werde „die Bombardier Global Express und alle in Kanada gebauten Flugzeuge de-zertifizieren“, würde im Extremfall auch diese Bell-Hubschrauber betreffen.

Was bedeutet „De-Zertifizierung“ überhaupt?
Unklar bleibt, wie eine solche „De-Zertifizierung“ konkret umgesetzt werden soll. In der Vergangenheit haben Flugzeugmuster ihre Zulassung verloren, wenn der Hersteller selbst das Musterzertifikat zurückgab, etwa beim Hubschrauber Westland 30 oder beim Überschallflugzeug Concorde.
Die Möglichkeiten einer Luftfahrtbehörde, ein Musterzertifikat aktiv zu entziehen, bewegen sich jedoch in einer rechtlichen Grauzone und unterscheiden sich je nach Zuständigkeit (FAA, EASA, britische CAA usw.). Ein denkbares Szenario wäre, dass der Zertifikatsinhaber nachweislich kein funktionierendes System mehr zur Pflege von Konstruktionsänderungen oder zur Meldung von Sicherheitsproblemen betreibt. In einem solchen Fall könnte das Musterzertifikat widerrufen werden.
Hoffnung auf „TACO“
Beobachter hoffen nun auf das Eintreten von „TACO“. Dieses Akronym soll angeblich im Mai 2025 unter Wall-Street-Händlern entstanden sein, nachdem Trump wiederholt drastische Drohungen ausgesprochen und diese später, angesichts der ausgelösten Turbulenzen, zurückgenommen hatte. „TACO“ steht für: Trump Always Chickens Out.
Ob es auch dieses Mal dabei bleibt, ist offen.



