Sonntag, November 30, 2025
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StartHerstellerLockheed Martin stellt unbemannte Version des Black Hawk vor

Lockheed Martin stellt unbemannte Version des Black Hawk vor

Der traditionsreiche US-Hubschrauber Black Hawk fliegt künftig auch ohne Pilot: Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat über seine Tochterfirma Sikorsky eine unbemannte Variante des UH-60L Black Hawk entwickelt. Die neue Version trägt den Namen S-70UAS U-Hawk und ersetzt das Cockpit durch einen großzügigen Frachtraum.

Vom Kampfhubschrauber zur autonomen Transportdrohne

Der Black Hawk wird seit 1978 gebaut und gilt als Arbeitspferd der US-Streitkräfte. Neben militärischen Einsätzen existieren auch zivile Versionen, etwa für Feuerwehr und Katastrophenschutz. Mit dem neuen U-Hawk hat Sikorsky nun eine Drohnenvariante geschaffen, die dank zusätzlichem Stauraum deutlich größere Lasten transportieren kann.

Elektronische Steuerung und autonome Flugplanung

Damit der Hubschrauber ohne Pilot fliegen kann, wurde die herkömmliche mechanische Steuerung durch ein Fly-by-Wire-System ersetzt. Steuerbefehle werden dabei elektronisch an Rotor und Steuerflächen übertragen. Gekoppelt ist das System mit der autonomen Flugsteuerung „Matrix“, die Daten von Kameras und Sensoren nutzt, um eigenständig Flugrouten zu planen und Hindernissen auszuweichen.

Die Bedienung erfolgt per Tablet: Der Bediener gibt das Missionsziel ein, woraufhin Matrix einen Flugplan erstellt und den Hubschrauber autonom steuert.

Eine unbemannte Variante des UH-60L Black Hawk. (Foto: Lockheed Martin)

Zehn Jahre Entwicklungsarbeit

Sikorsky arbeitet gemeinsam mit der US-Forschungsbehörde DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) seit über einem Jahrzehnt an der autonomen Black-Hawk-Technologie. Bereits 2022 flog ein Black Hawk erstmals völlig ohne Pilot, damals jedoch noch mit dem Matrix-System in einem herkömmlichen Cockpit.

Der neue U-Hawk wurde nun komplett umgebaut: Statt eines Cockpits besitzt er zwei große Klapptüren und eine Rampe, über die sich Fracht verladen lässt.

Nur zehn Monate von der Idee zur Umsetzung

Laut Sikorsky-CEO Rich Benton dauerte es lediglich zehn Monate, um das Konzept in ein flugfähiges Modell zu verwandeln. „Die Umrüstung eines bemannten Black Hawk zu einem unbemannten UAS kann schnell, kosteneffizient und in großem Maßstab erfolgen“, betonte Benton.

Der Black-Hawk-Hubschrauber fliegt während der ALC-Demonstration am Hauptsitz von Sikorsky in Stratford, Connecticut, im vollautonomen Modus mit einer Außenlast. (Foto: Lockheed Martin)

Durch den erweiterten Innenraum kann der U-Hawk auch längere Güter aufnehmen, etwa Raketen des Typs HIMARS (M142 High Mobility Artillery Rocket System). Zudem sieht der Hersteller Anwendungsmöglichkeiten als Trägermodul für Drohnenschwärme oder Transportplattform für unbemannte Bodenfahrzeuge.

Präsentation in Washington

Lockheed Martin stellte den S-70UAS U-Hawk am Montag auf der Jahreskonferenz der Association of the United States Army (AUSA) vor.

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