Im Sommer 2025 wurde Albanien besonders stark von Waldbränden heimgesucht. Als direkte Folge des Klimawandels treten solche Feuer in Südeuropa immer häufiger und intensiver auf. Im Juli erreichte die Lage ein kritisches Ausmaß, sodass der EU-Katastrophenschutzmechanismus aktiviert wurde. Mehrere Länder schlossen sich zusammen, um albanische Städte, Dörfer und die Bevölkerung vor den sich rasch ausbreitenden Bränden zu schützen. Neben Hubschraubern aus Kroatien, Italien, Tschechien und der Slowakei beteiligte sich auch die ungarische Luftwaffe an dem multinationalen Einsatz.
Schnelle Einsatzbereitschaft trotz kurzer Vorlaufzeit
Obwohl die ungarische Luftwaffe ihre letzten beiden H225M-Hubschrauber erst wenige Tage zuvor übernommen hatte, reagierte sie umgehend auf den Hilferuf. Am Nachmittag des 22. Juli ging die Anfrage ein, bereits um 5 Uhr morgens am folgenden Tag begannen Planung und Vorbereitung. Zwei H225M starteten um 10 Uhr in Ungarn und konnten noch am selben Tag ihren ersten Einsatzflug absolvieren.
Major Gábor Oláh betont: „Selbst mit einer Flotte von 16 Hubschraubern und einer vergleichsweise großen Zahl an Besatzungen ist es eine Herausforderung, Maschinen und Crews so kurzfristig bereitzustellen.“ Umso bemerkenswerter sei es gewesen, dass der Einsatz ohne Verzögerung beginnen konnte.
500.000 Liter Wasser gegen die Flammen
Während des fünftägigen Einsatzes vom 23. bis 27. Juli waren insgesamt 16 Angehörige der ungarischen Luftwaffe beteiligt. Sie flogen 20 Einsätze und führten rund 300 Wasserabwürfe durch. Insgesamt wurden etwa 500.000 Liter Wasser über den Brandgebieten abgeworfen, ein entscheidender Beitrag zur Eindämmung der Feuer.

Präzisionsarbeit unter extremen Bedingungen
Die H225M ergänzten die lokalen und internationalen Dreh- und Starrflügler optimal und erhöhten die Flexibilität der gesamten Operation. Die Einsätze fanden oft gleichzeitig in verschiedenen Regionen Albaniens statt, wobei schnelle Entscheidungen erforderlich waren. Mehrfach wurden die ungarischen Crews kurzfristig von Einsätzen nördlich von Tirana in bedrohte, dicht besiedelte Gebiete umdirigiert. Das Fliegen in bergigem Gelände stellte dabei eine besondere Herausforderung dar: turbulente Winde, steile Hänge und begrenzter Manövrierraum verlangten höchste Konzentration. Ein besonders prägender Moment für Major Oláh war der erfolgreiche Schutz eines Dorfes nahe des Luftwaffenstützpunkts Kuçovë. „Wasserabwürfe nahezu direkt neben Wohnhäusern erfordern äußerst präzises Fliegen, dieser Einsatz war ein voller Erfolg“, berichtet er.
Moderne Technik als entscheidender Vorteil
Die moderne Avionik und die automatischen Flugsteuerungssysteme der H225M reduzierten die Arbeitsbelastung der Besatzungen erheblich. Zusätzlich erwies sich die Airbus-Leistungsplanungsanwendung auf dem iPad als wertvolle Unterstützung, insbesondere bei komplexen Berechnungen zu maximalem Abfluggewicht, Treibstoff und Reichweite unter schwierigen Einsatzbedingungen. Laut Oláh lieferte der Hubschrauber die geplante Leistung exakt wie berechnet.

Wertvolle Erfahrungen und ein vielversprechender Ausblick
Der Einsatz erforderte eine enge Zusammenarbeit mit den albanischen Behörden. Die Zivilschutzorganisation stellte Verbindungsoffiziere für Briefings, Lageupdates und neue Einsatzaufträge bereit. Die H225M überzeugten dabei durch ihre hohe Einsatzbereitschaft und den geringen logistischen Aufwand, selbst im Ausland und unter regulären Wartungsbedingungen. Trotz aller Herausforderungen zieht Major Oláh ein positives Fazit: „Um das volle Potenzial eines Hubschraubers auszuschöpfen, sind reale Einsatzerfahrungen unerlässlich. Komplexe Missionen wie die Brandbekämpfung bieten dafür ideale Voraussetzungen.“ Die Feuertaufe in Albanien habe gezeigt, dass der H225M ein robustes, vielseitiges und leistungsfähiges Luftfahrzeug ist.



