Flaches Land im Norden und hohe Berge im Süden und Westen – und dazu ganz verschiedene Missionen, von der Vermisstensuche bis zur Terrorismusbekämpfung. Der Alltag bei der Flugpolizei.
Es ist Montag, 10 Uhr: Eine rot-weiß-blaue EC135 P2 mit dem Rufnamen „Polizei Alpha“ hebt vom riesigen Vorfeld des internationalen Verkehrsflughafens Wien-Schwechat ab. Die mit einem FLIR-System ausgerüstete Maschine, die zur Staffel der Österreichischen Flugpolizei gehört, hat den Auftrag, den Außenbereich des Flughafens abzufliegen, in Vorbereitung einer eintreffenden El-Al Maschine aus TelAviv, Israel. Alle unnormalen oder verdächtigen Vorkommnisse jenseits des Zaunes auf der „Landseite“ werden erfasst und wenn nötig an die Kollegen am Boden weitergegeben, bis der Airliner gelandet und seine Parkposition erreicht hat. Als dies der Fall ist, kommt bereits der nächste Einsatz: Flug nach Wien in den Bezirk Klosterneuburg. Dort soll ein Amerikanischer 250kg-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden, und es wird ein wachsames Auge aus der Luft benötigt, um die Einhaltung des Sperrkreises am Boden zu kontrollieren und zu überwachen.
Überwiegend traditionelle Polizeimissionen
Den Großteil ihrer Einsätze, also etwa 70 Prozent, fliegt die Flugpolizei im Rahmen von traditionellen Polizeimissionen: Flughafen- und Grenzkontrollen, Verkehrsüberwachung, Personensuchen, aber auch die Unterstützung von Feuerwehreinsätzen aus der Luft sowie Hilfe bei der Ermittlungsarbeit an Tatorten durch beispielsweise Ausleuchten mit dem SX16-Suchscheinwerfer von Spec-trolab.
Die verschiedenen Staffeln der Flugpolizei in Österreich unterscheiden sich nicht nur in den eingesetzten Maschinen, sondern auch in der Größe und den betrieblichen Ressourcen. Einige der kleineren Einheiten wie zum Beispiel in Linz, Hohenems und Klagenfurt haben nur eine EC135 oder eine AS350 B in einem kleinen Hangar stationiert. Solche Dienststellen sind zwischen 7 und 21 Uhr besetzt, fliegen mit einem PIC und einem Kollegen, der eine Rettungsausbildung hat. Die mit einem FLIR-System ausgerüsteten EC135 P2+ sind an den Flughäfen Wien, Salzburg und Klagenfurt stationiert und befinden sich im 24-Stundenbetrieb. Jeweils ein Pilot und ein Bordtechniker, der auch das FLIR-System bedient, bilden die Crew eines solchen Hubschraubers. Für Nachteinsätze kommt bestimmungsgemäß ein weiterer Pilot an Bord, der sich vor allem um die Abwicklung der Funkkommunikation kümmert. Wegen der Gebirgstopografie im Westen und im Süden Österreichs und auch wegen der weiten Verbreitung von Kabeln und temporären Arbeitsseilbahnen, die sich von einem Hang zum nächsten ziehen, verzichtet die Flugpolizei nachts in jeder Hinsicht auf Außenlandungen

An den Stationen Klagenfurt und Salzburg werden die jeweiligen EC135 P2+ noch durch je eine AS350 B1 ergänzt, die jedoch ausschließlich für Gebirgs-SAR Einsätze geflogen wird. Ein vollständiges Set aus Erste-Hilfe-Equipment sowie eine Gitterbox am Landegestell für zusätzliches Rettungsequipment machen die Maschine zu einem ganz besonderen Einsatzmittel. Eine kleine Einschränkung gibt es jedoch: um eine Art „Wettbewerb“ mit dem ÖAMTC, der die gelben Rettungshubschrauber betreibt, zu vermeiden, darf die Flugpolizei nur unverletzte oder erkrankte Personen aufnehmen.
Dieser Artikel ist in voller Länge in der Ausgabe 4/2016 von ROTORBLATT – Deutschlands führendem Helikopter-Magazin zu lesen.
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