Als eines der östlichsten Länder der Europäischen Union nimmt Litauen eine zentrale sicherheitspolitische Rolle ein. Mit der Einführung der ersten drei fünfblättrigen Airbus H145 beschreibt Pilot und Technischer Ingenieur Oberstleutnant Audrius Vaicekauskas, wie der neue Hubschrauber die Einsatzmöglichkeiten des litauischen Grenzschutzes erweitert.
Warum fiel die Wahl auf den fünfblättrigen Airbus H145?
Vaicekauskas erklärt, dass der Grenzschutz seine täglichen Aufgaben von Grenzpatrouillen über Migrationskontrolle und polizeiliche Einsätze bis hin zu Such- und Rettungsmissionen genau analysiert und dabei klare Einschränkungen identifiziert habe: eine zu geringe Tragkraft sowie eine begrenzte Austauschbarkeit der Missionsausrüstung.
Der fünfblättrige H145 biete hier entscheidende Vorteile:
- Mehr Leistung und größere Nutzlast
- Hervorragende Multimissionsfähigkeit
- Beste Leistungsdaten in seiner Klasse

Ein kleines Land mit großen Anforderungen
Litauen verfügt lediglich über Hubschrauber zweier staatlicher Institutionen: der Luftwaffe und des Grenzschutzes. Die Missionspalette ist entsprechend breit:
- Tägliche Polizeieinsätze
- Grenzüberwachung
- Such- und Rettungsflüge
- VIP-Transport
- Unterstützung von Spezialeinheiten
Da eine große Flotte nicht finanzierbar ist, erweist sich die Modularität des H145 als bahnbrechend. Jede Konfiguration der Missionsausrüstung kann in 10 bis 30 Minuten verändert werden – ideal für unvorhergesehene Einsätze.
Einzigartige Missionen: Vom Zugtracking bis zur Strahlenmessung
Besonders hervor hebt Vaicekauskas zwei außergewöhnliche Einsatzprofile:
- Überwachung russischer Transit-Züge: Russische Züge passieren litauisches Territorium auf der Strecke von Belarus nach Kaliningrad. Nur per Hubschrauber lässt sich diese Bewegung sicher beobachten und bei Bedarf schnell reagieren.
- Strahlenüberwachung im Umfeld des Atomkraftwerks Astravets: Der Grenzschutz nutzt spezielle Gamma-Spektrometriesysteme, um mögliche radioaktive Belastungen zu erkennen, ein entscheidender Faktor angesichts der Nähe des belarussischen Kernkraftwerks zur Hauptstadt Vilnius.

Helionix-Avionik und Vier-Achsen-Autopilot: Ein Technologiesprung
Der H145 ist mit dem modernen Helionix-Avioniksystem ausgestattet. Vaicekauskas beschreibt die Technologie als „magisch“ und lobt insbesondere:
- Erweiterte Sicherheitsfunktionen
- Proaktives Unterstützen des Piloten
- Intuitive Bedienung
- Sehr kurze Umschulungszeit
Der Übergang vom H135 und älteren H145-Versionen sei überraschend einfach gewesen, innerhalb von ein bis zwei Wochen fühlten sich die Crews sicher auf dem neuen Muster.

Stärkung der EU-Außengrenze
Als „Torwächter“ der EU sieht sich der litauische Grenzschutz besonders gefordert, vor allem angesichts der angespannten geopolitischen Lage. Die neuen Hubschrauber spielen dabei eine zentrale Rolle. Die Einführung des H145 markiere laut Vaicekauskas einen „lang erwarteten, entscheidenden Moment“ für die nationale Sicherheit sowie für die europäische Gemeinschaft.



