Etwa 5.000 Messebesucher haben den Weg zur EUROPEAN ROTORS 2025 nach Köln gefunden, wo drei Tage lang der Hubschrauber im Mittelpunkt stand. Mit zwei Jahren Unterbrechung ist die Messe wieder dort angelangt, wo sie im Jahr 2020 gegründet wurde: in Köln. Große Überraschungen gab es nicht, dafür aber ein Klassentreffen der besonderen Art.
Am Vortag des Messebeginns fand der Symposiumtag der EASA, Co-Ausrichter der EUROPEAN ROTORS, statt. Traditionell beklagte sich der europäische Hubschrauberverband EHA über zu komplexe Regularien und die Tatsache, dass der hohe Dokumentationsaufwand zur Erfüllung gesetzlicher Vorschriften inzwischen ein Selbstzweck geworden sei. Die EASA wiederum antwortete in ihren Statements, dass man sich eine engere Zusammenarbeit mit der Branche wünsche, denn man wolle existierende komplexe Regularien vereinfachen. Manch einer im Saal fragte sich, ob sich die beiden Parteien nicht an einen Tisch setzen können, bevor neue Regularien „auf den Markt“ kommen.
Mehr Fokus auf den Hubschrauber
Man müsse mehr dafür tun, um den Hubschrauber aus seiner Luftfahrt-Nische zu holen, hieß es seitens des europäischen Hubschrauberverbandes. Die EUROPEAN ROTORS wurde in diesem Jahr auch als politische Plattform genutzt. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) nahm als Eröffnungsgast die Nachricht auf, dass der Hubschrauber inzwischen eine echte strategische Vielseitigkeitsmaschine sei und nicht ein exotisches Luftfahrzeug.

Noch mehr virtuelles Training
Bereits auf der Messeausgabe im vergangenen Jahr war die hohe Dichte an virtuellen Trainingsgeräten sichtbar. Ein Jahr später war der Trend ausstellerseitig immer noch deutlich, aber in der Quantität nicht mehr ganz so ausgeprägt. Das, was jedoch an den Ständen zu besichtigen war, hatte den experimentellen Stand des Vorjahres bereits augenfällig hinter sich gelassen. Motionless Simulatoren mit einer Kombination aus Greenscreen und Augmented Reality aber auch Hoist-Trainer konnten das Interesse der Fachbesucher auf sich ziehen. Die Nachfrage nach neuen Trainingslösungen steigt, seit der Betrieb von Realhubschraubern immer teurer wird.















Der US-amerikanische Hersteller Bell zeigte eine 429 der Air Zermatt (Schweiz) auf seinem Stand und eine Bell 505 mit deutscher Registrierung. „Dabeisein ist alles“ war das Motto angesichts fehlender Neuheiten. Das dürfte sich dann ändern, wenn die neue Bell 525 für den europäischen Markt die Zulassung erhält. Daran wird im Hintergrund mit Hochdruck gearbeitet, wie zu hören war.
Airbus Helicopters hatte mit der H140 die einzige flugfähige Neuheit (ein Prototyp aus dem Zulassungsprogramm) am Stand und dominierte damit auch die Messewahrnehmung. Die beigestellte Flexrotor-Kampfdrohne wirkte allerdings wie ein Fremdkörper.
Leonardo nutze die Messe für sein Standardrepertoire, das Zulassungsprogramm der AW09 in der Schweiz verzögert sich weiterhin, sodass eine AW169 als Publikumsmagnet herhalten musste.
Diverse Fachkonferenzen rundeten das Messegeschehen ab, drei Tage reichten allerdings nicht aus, um alle Inhalte in voller Tiefe wahrnehmen zu können.
Mehr Inhalt, weniger Neues fürs Auge
Die diesjährige EUROPEAN ROTORS wirkt vor allem inhaltlich nach. Der fachliche Austausch war in jedem Fall ein Gewinn für die Branche. Die an den Ständen gezeigten Innovationen waren überwiegend alle im März diesen Jahres bereits bei der Verticon (ehemals HeliExpo) zu sehen. Wer die neue H140 und das Mock-up der R88 dort verpasst hatte, konnte sich das „Hands on“ Nähe-Erlebnis nun in Köln besorgen. Die politische Bühne für den Hubschrauber war sicherlich einzigartig – hoffen wir, dass dieser Effekt nachhaltig wirkt und im kommenden Jahr Wirkung entfaltet.
Die nächste Ausgabe der EUROPEAN ROTORS wird vom 1. bis 3. Dezember 2026 in Lyon, Südfrankreich, stattfinden.



