Rund 3.000 Beschäftigte des internationalen Konzerns Leonardo haben angekündigt, ab dem 12. November in den Streik zu treten. Das Unternehmen betreibt in Yeovil (Somerset) die einzige Hubschrauberfabrik des Vereinigten Königreichs. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt über die Löhne.
Mitarbeiter lehnen Lohnerhöhungsangebot ab
Die Gewerkschaft Unite bestätigte, dass ihre Mitglieder die jüngsten Gehaltsangebote des Unternehmens abgelehnt haben. Leonardo hatte zunächst eine Lohnerhöhung von 3,2 %, anschließend ein überarbeitetes Angebot von 3,6 % vorgelegt. Beide Angebote liegen unter der aktuellen Inflationsrate von 4,5 %, für die Beschäftigten also ein Reallohnverlust.
Unite fordert daher ein „deutlich verbessertes Angebot“, das den gestiegenen Lebenshaltungskosten Rechnung trägt.
„Hochqualifizierte Beschäftigte werden unterbewertet“
Sharon Graham, Generalsekretärin von Unite, erklärte: „Die Beschäftigten bei Leonardo sind hochqualifiziert und arbeiten an kritischen Systemen, dennoch werden sie von einem milliardenschweren Unternehmen unterbezahlt. Leonardo versucht weiter, an den Löhnen zu sparen, statt ein faires Angebot vorzulegen. Unsere Mitglieder haben die volle Unterstützung von Unite im Kampf um gerechte Bezahlung.“

Unternehmen bedauert die Entscheidung
Ein Sprecher von Leonardo zeigte sich „enttäuscht“ über das Ergebnis und erklärte, man sei weiterhin offen für Gespräche: „Wir würden Unite gerne wieder an den Verhandlungstisch zurückholen, um eine Lösung zu finden.“ Zugleich bestätigte das Unternehmen, dass die Streiks an allen britischen Standorten stattfinden werden. Dazu zählen Yeovil, Luton, Basildon, Edinburgh und Newcastle.
Leonardo erklärte, man habe „alle möglichen Schritte unternommen, um Störungen für Kunden und den laufenden Betrieb zu minimieren“.



