Sonntag, November 30, 2025
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StartHerstellerNH90 IndustriesHelikopter-Desaster: NHIndustries zahlt 375 Mio. Euro

Helikopter-Desaster: NHIndustries zahlt 375 Mio. Euro

Der Hubschrauberhersteller NH Industries (NHI) wird neun NH90-Helikopter zurücknehmen, die ursprünglich für Norwegen gebaut wurden. Zudem zahlt das Unternehmen der norwegischen Regierung 305 Millionen Euro, zusätzlich zu bereits überwiesenen 70 Millionen Euro. Beide Parteien bezeichneten die Vereinbarung als „einvernehmliche Lösung“. An NHIndustries sind Airbus, Leonardo und GKN Aerospace beteiligt.

Der nun erzielte Vergleich liegt leicht unter der Gesamtsumme von rund 5 Milliarden Norwegischen Kronen (etwa 428 Millionen Euro), die Norwegen ursprünglich für die Flotte bezahlt hatte.

Hintergrund: Gescheitertes Beschaffungsprogramm

Die Entscheidung markiert das Ende eines langjährigen Konflikts: Norwegen hatte das NH90-Programm im Jahr 2022 endgültig gestoppt. Der Vertrag über 14 Helikopter war bereits 2001 mit dem Airbus-geführten Gemeinschaftsunternehmen abgeschlossen worden.

Die Auslieferung verlief jedoch schleppend, anstelle der geplanten Übergabe im Jahr 2008 trafen die Maschinen Jahre zu spät ein, und nur acht Hubschrauber waren vollständig einsatzbereit. Geplant war der Einsatz der NH90 sowohl bei der Küstenwache als auch in der U-Boot-Abwehr (ASW). Statt der geforderten 3.900 Flugstunden pro Jahr erreichte die Flotte im Schnitt lediglich 700 Stunden.

Technische Probleme und geringe Einsatzbereitschaft

Die norwegische Regierung begründete die Vertragsauflösung damals deutlich:

„Egal wie viele Stunden unsere Techniker arbeiten oder wie viele Ersatzteile wir bestellen, der NH90 wird niemals unsere Anforderungen erfüllen“, so das Verteidigungsministerium im Jahr 2022.

Die zurückgenommenen Helikopter sollen nun wieder in das NH90-Programm integriert werden. Dort können sie als Ersatzteilspender dienen und somit anderen Nutzern, etwa Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien oder Katar zugutekommen.

Nachfolger: Amerikanische MH-60R Seahawks

Bereits im März 2023 kündigte Norwegen an, den NH90 durch sechs US-amerikanische MH-60R Seahawk-Hubschrauber zu ersetzen. Der Vertrag hat ein Volumen von rund 1,18 Milliarden US-Dollar. Dänemark setzt diesen Helikoptertyp bereits seit 2016 ein.

(Symbolfoto) Ein Seahawk im Einsatz (Foto: Lockheed Martin Photo)

Neue strategische Ausrichtung: Fokus auf die Nordatlantik-Verteidigung

Mit der jüngsten Entscheidung folgt Norwegen seiner neuen Sicherheitsstrategie im Nordatlantik. Ende August hatte Oslo zudem den Kauf britischer Type-26-Fregatten für rund 10 Milliarden Pfund bekanntgegeben. Diese Schiffe sollen gemeinsam mit den neuen Hubschraubern die U-Boot-Abwehr (ASW) in der Region stärken.

Der Hintergrund: Die russische Marine verfügt laut der Nuclear Threat Initiative über rund 64 U-Boote, darunter 16 nuklear bewaffnete. Westliche Sicherheitskreise befürchten, dass diese auch zur Sabotage kritischer Infrastruktur im Nordatlantik eingesetzt werden könnten, wie etwa beim mutmaßlichen Angriff auf die Nord-Stream-Pipeline.

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