Sonntag, November 30, 2025
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StartROTOR MilitärErstflug des neuen südkoreanischen Minenräum-Hubschraubers (MCH) erfolgreich abgeschlossen

Erstflug des neuen südkoreanischen Minenräum-Hubschraubers (MCH) erfolgreich abgeschlossen

Die südkoreanische Korea Aerospace Industries (KAI) hat am 16. Juni 2025 erfolgreich den Erstflug ihres neuen Minenräum-Hubschrauber-Prototyps (Mine Countermeasure Helicopter, MCH) durchgeführt. Offiziell bekannt gegeben wurde dieser Meilenstein am 24. Juni bei einer feierlichen Zeremonie am KAI-Hauptsitz in Sacheon. Die Entwicklung des MCH begann im Jahr 2022. Nach dem Bau des Prototyps Anfang 2025 und Bodentests im März, hob der MCH schließlich im Juni erstmals ab.

Zeremonie mit hochrangigen Gästen

Die Zeremonie zur Feier des erfolgreichen Erstflugs fand am Hauptsitz von KAI in Anwesenheit von über 100 hochrangigen Persönlichkeiten statt. Dazu gehörten Vertreter der südkoreanischen Rüstungsbeschaffungsbehörde DAPA, Offiziere des Marinefliegerkommandos, Mitglieder des Generalstabs, Vertreter der Behörde für Wehrtechnik und Qualität (DTaQ) sowie der CEO von KAI. Während der Veranstaltung präsentierte KAI den Entwicklungsstand des MCH und führte einen Demonstrationsflug mit dem eingebauten „Airborne Laser Mine Detection System“ (ALMDS) durch.

Erinnerungsfoto zur Feier des Erstflugs des MCH-Prototyps (Foto: KAI)

Technische Basis: Marineon-Hubschrauber

Der MCH basiert auf dem in Südkorea entwickelten Marineon (MUH-1), einem amphibischen Transporthubschrauber, der wiederum aus dem Armeehubschrauber KUH-1 „Surion“ abgeleitet wurde. Der neue MCH wurde speziell für die Minenbekämpfung zur See konzipiert und ist mit drei modernen Systemen zur Minenabwehr ausgestattet:

  • ALMDS von Northrop Grumman zur Minenerkennung per Laser
  • Archerfish AMNS von BAE Systems zur Neutralisierung von Seeminen
  • Gavia AUV von Teledyne Marine – ein autonomes Unterwasserfahrzeug, das speziell für den Einsatz vom MCH angepasst wurde

Obwohl in Südkorea eigene AUVs in Entwicklung sind, entschied sich KAI im Rahmen des MCH-Programms für Kooperationen mit ausländischen Herstellern. Der Grund: Der Zeitrahmen reichte nicht aus, um heimische Systeme bis zur geforderten Einsatzreife zu bringen.

Detaillierte Ansicht des Innenraums des Minenabwehrhubschraubers (MCH). Zu erkennen sind das AUV und die drei Archerfish-Minenneutralisierungssysteme. (Zu sehen an einem MCH-Modell am KAI-Stand auf der MADEX 2025).

Schutz- und Abwehrsysteme an Bord

Um im Einsatz bestmöglich geschützt zu sein, ist der MCH mit einer Vielzahl moderner Selbstschutzsysteme ausgestattet:

  • AAR-60 MILDS zur Raketenstart-Erkennung von HENSOLDT
  • ALE-47 ACDS zur Ausbringung von Täuschkörpern (Chaff/Flares) von BAE Systems
  • Laserwarnempfänger (LWR) von Hanwha Systems
  • Radarwarnempfänger (RWR) von LIG Nex1

Flugleistung und Steuerungssysteme

Angetrieben wird der MCH von zwei leistungsstarken Turbowellen-Triebwerken mit über 1.800 PS. Ein modernes FADEC-System (Full Authority Digital Engine Control) sorgt für optimale Triebwerkssteuerung und Zuverlässigkeit. Für höchste Präzision beim Flugmanöver ist ein 4-Achsen-Automatikflugkontrollsystem (AFCS) verbaut.

Nächste Schritte: Erprobung bis 2026

Nach dem erfolgreichen Erstflug beginnt nun eine intensive Testphase. Die vollständige Entwicklung des Hubschraubers soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen sein. Danach ist die Integration des MCH in ein neu aufgestelltes Minenabwehr-Geschwader der südkoreanischen Marine vorgesehen.

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